vor 3 Jahren
OtakuGirl
#2
@Evekeks das man sich mit den verschiedenen Charakteren identifizieren kann ist auch für mich einer der Gründe.Aber auch die Tatsache, dass mir die Anime und Manga ein Thema geben um zu reden ist für mich sehr wichtig. Ich habe Schwierigkeiten mit dem reden und vor allem damit, Gespräche anzufangen. Aber ich mag Anime und Manga so sehr, das es mir doch recht leicht fällt, darüber zu reden.
vor 3 Jahren
RojdaYilmaz
#4
@Evekeks ich bin auch deiner Meinung weil man lernt und fühle mit auch wen es nicht real ist sind Anime Charakter unsere Held und wir bewundern auch 🥰
vor 3 Jahren
CaitSith
#7
Die Vielseitigkeit künstlerischen Schaffens hat mich schon immer begeistert, daher habe ich auch über die Jahre ein starkes Interesse an kreativen Medien verschiedenster Art entwickelt. Ob Filme, Literatur, Musik, Videospiele, Tanz, bildende Kunst oder eben Anime und Manga—jedes Medium hat seine eigenen Besonderheiten (und Grenzen) und kann daher einzigartige Perspektiven zum Ausdruck bringen, die nur schwer in anderen Medien emuliert werden können. Dasselbe gilt auch für Genres, Strömungen, Jahrzehnte: Je weiter man Stigma und Gewohnheit hinter sich lässt und je offener und neugieriger man unterwegs ist, desto reichere Schätze warten auf einen. So habe ich auch Anime entdeckt: als Film-Liebhaber, der Miyazaki zu seinen Favoriten zählt und daher irgendwann neugierig wurde, was die japanische Animationskunst sonst noch zu bieten hat—und wie sich diese Neugier ausbezahlt hat!Der Reiz von Anime liegt für mich in zwei Bereichen: Einerseits passt das Medium wunderbar in mein generelles Interesse an der japanischen Kultur, andererseits habe ich aber auch sonst den Eindruck, dass Anime ein breiteres Spektrum an Werken bietet als etwa amerikanischen Zeichentrickserien. Aus dem Hause USA sind für lange Zeit hauptsächlich nur zwei bis drei Kategorien von Zeichentrickserien produziert worden: Cartoons und Comicbuchadaptionen für Kinder und Jugendliche, und animierte Sitcoms "für Erwachsene". Wobei es jedoch von einem ziemlich bedauerlichen Reifeverständnis zeugt, dass ein Medium von solch enormer Ausdruckskraft und Bandbreite dermassen auf Simpsons-Klone reduziert wird. Selbstverständlich gibt es auch sehr gute amerikanische Zeichentrickserien aus allen drei besagten Kategorien, und natürlich sind Überkommerzialisierung und der damit verbundene kreative Bankrott auch in Japan bei weitem keine Fremdwörter. Trotzdem: Ohne Comedy oder Action scheint im amerikanischen animierten Fernsehen praktisch gar nichts zu laufen, während in Anime zumindest noch zusätzliche Genres wie Romance, Drama und Slice of Life häufig anzutreffen sind. Zudem existiert ein reicher Schatz an seriösen, experimentellen, oder sonst künstlerisch ambitionierten Animes, die auch für Erwachsene sehr interessant sind. Ein ruhig erzähltes Meisterwerk wie Mushishi, welches weder Running Gags noch Action-Szenen noch übergreifenden Plot mit wöchentlichen Cliffhangern kennt, stattdessen einfach mal sui generis ein ambivalentes, kaum kommerzialisierbares Terrain zwischen tiefster Schwermut und meditativer Gelassenheit navigiert, kann ich im amerikanischen Fernsehen auch heute noch kaum vorstellen.
(editiert vor 3 Jahren)
vor 3 Jahren
FladaVamp
#10
Ich mag Animes weil es oft sehr süss gestaltet ist. Ich mag aber auch die Farben die darin vorkommen, die man in 'normalen' Filmen nicht wirklich sieht. Anime Schauen ist für mich eine Ruhepause zwischen meinen Kreativen Stunden, da sie viel inspiration und auch infos über Charakter preisgeben, die ich gerne mal als Cosplay versuchen möchte. Grundsätzlich mag ich den Zeichnungsstil von Animes sehr, ausser bei ein paar Ausnahmen die bei mor wären: Hunter X Hunter, Detektiv Conan und Naruto. Es mag ja sein, dass die Geschichte dahinter toll ist aber wenn ich den Stil der Zeichnung nicht so mag, muss ich es mir auch nicht anschauen.
(editiert vor 3 Jahren)
vor 3 Jahren
BentoBox
#11
Für mich definieren zwei Aspekte, was ein Anime ist: Der Film/die Serie muss gezeichnet sein und dem japanischen (oder damit verwandten) Kulturkreis entspringen.Ersteres sorgt dafür, dass das ganze finanziell im Rahmen bleibt. Was wichtig ist, da bei teuren Produktionen sehr oft an der Story etc. gespart wird. Es darf nicht failen und daher wird einfach ein 0815 Plot genommen mit einem generischen Standard-Cast, der alle Minderheiten berücksichtigt. Ein paar Explosionen dazu, Lens-Flares, eine Liebesgeschichte und ein Happy End - fertig.Die Japaner sind gedanklich sehr viel freier was Kultur angeht als der Westen und nehmen sich auch diverseren Themen an. Es wird weniger diskutiert und mehr gemacht - am Ende überlässt man es dem Konsumenten ob ein weirder Anime ein Erfolg oder ein Flop wird.Beides sorgt dafür, dass Animes eine unglaublich vielseitige kulturelle Bereicherung im Bereich Filme- und Serien darstellen. Das westliche Gegenstück dazu ist, in meinen Augen, der Arthouse-Film. Aber das ist ein anderes Thema .
vor 3 Jahren
CaitSith
#12
> @BentoBox Ersteres sorgt dafür, dass das ganze finanziell im Rahmen bleibt.Animation ist ein sehr arbeitsintensives Medium, daher hängen die vergleichsweise tiefen Produktionskosten von Anime auch stark mit den menschenunwürdigen Arbeitskosten und -bedingungen der Anime-Industrie zusammen. Junge Inbetween-Zeichner beispielsweise müssen mit einem jährlichen Einkommen von ¥1.1 Millionen (CHF 7'500!!!) auskommen, weit unterhalb jeglicher Armutsgrenzen für ein derart hochentwickeltes Land wie Japan. Dass solche miserablen Konditionen sich negativ auf die Qualität der Endprodukte auswirken, ist eigentlich naheliegend. Es überrascht mich daher immer etwas, wenn westliche Anime-Fans der Meinung sind, Anime sei ein von kommerziellen Zwängen unberührtes Medium. Fragt man nämlich Insider, kriegt man eher solche Einsichten zu lesen:
> “Ultimately, nothing has become more limiting for animators and directors than the money, both its pitiful amounts and the way it’s paid. […] The industry’s issues are never only about money, but they always are about money."Ein paar Quellen (das Zitat stammt aus dem ersten Artikel):The Layout Crisis: The Collapse Of Anime’s Traditional Immersion, And The Attemps To Build It Anew (Sakuga Blog)
Anime Is Booming. So Why Are Animators Living in Poverty? (NY Times)
Anime’s Present And Future At Stake: The In-Betweener Problem (Sakgua Blog)
How Do Anime Budgets Compare to American Animation Budgets? (Anime News Network)
The dark side of Japan’s anime industry (Vox)Übrigens, ich berufe mich mal auf Sturgeons Gesetz und behaupte, dass der Grossteil von Anime ebenfalls aus generischem, profitorientiertem, infantilisierendem Mist besteht. Die eine oder andere Perle pro Saison nehme ich dankbar an, dazu eine Handvoll annehmbar unterhaltsamer Zeitvertreiber, der Rest jedoch ruft bei mir eher Seufzer bis Kopfschmerzen hervor.Wie gesagt, für mich liegt der spezifische Reiz von Anime—neben seiner Verankerung in der japanischen Kultur—vor allem darin, dass Anime eine breiteres Spektrum an Genres bietet, während (zumindest meiner Wahrnehmung nach) im amerikanischen Fernsehen das Medium Animation für lange Zeit stark auf Kinderserien und Sitcoms "für Erwachsene" reduziert wurde.
(editiert vor 3 Jahren)
vor 3 Jahren
Michi7662
#13
Das wurde gerade recht technisch, deshalb will ich fix wieder auf das Ursprungsthema des Threads zurückkommen. Weshalb liebe ich die Anime Welt?Das hat auch bei mir mehrere Aspekte. Auch meine erste Begegnung damit wird wohl bei Sailoor Moon zu finden sein. Jedoch habe ich das da nur "konsumiert" und mir nichts weiter gedacht, ich war als Kleinkind wohl noch nicht so selbst reflektiert. Mit zunehmendem Alter begann ich aber mehr und mehr zu merken, das Animes so viel mehr können als herkömmliche Filme oder Serien. Zum einen sind Animes keinerlei kreative Grenzen gesetzt, alles kann in der jeweiligen Lore möglich sein, was die abstrusesten Storys möglich macht. Auch grafisch sind Animes anderen cinematografischen Werken meiner Meinung nach überlegen, entweder sind sie bewusst farbenfroh gestaltet, oder im krassen Kontrast dazu extrem Düster, was allem eine unglaubliche treffende Atmosphäre verleiht. Auch die Emotionen und Storys sind teilweise so ergreifend, das ich schon den einen oder anderen Kloss runterschlucken musste.Als ich das für mich realisierte, war es um mich geschehen. Leider gab es aber in meinem Umfeld nicht so viele die der gleichen Meinung waren, weshalb ich diese Passion selbst so noch nie wirklich selbst reflektiert habe. Aber auch über diese Jahre ist die Vorliebe dafür nie verschwunden und konnte diese immer für mich bewahren. Auch da ich nicht mit einer übermässigen kreativen Fantasie gesegnet wurde bin ich dankbar, so wenigstens den kreativen Output von anderen zur Verfügung zu haben.Zu guter Letzt waren die Animes auch beste Werbung für das Land Japan selbst, welches ich in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft mal aus nächster Nähe begutachte.☺
vor 3 Jahren
BentoBox
#14
> @CaitSith Animation ist ein sehr arbeitsintensives Medium, daher hängen die vergleichsweise tiefen Produktionskosten von Anime auch stark mit den menschenunwürdigen Arbeitskosten und -bedingungen der Anime-Industrie zusammen. Junge Inbetween-Zeichner beispielsweise müssen mit einem jährlichen Einkommen von ¥1.1 Millionen (CHF 7'500!!!) auskommen, weit unterhalb jeglicher Armutsgrenzen für ein derart hochentwickeltes Land wie Japan. Dass solche miserablen Konditionen sich negativ auf die Qualität der Endprodukte auswirken, ist eigentlich naheliegend. Es überrascht mich daher immer etwas, wenn westliche Anime-Fans der Meinung sind, Anime sei ein von kommerziellen Zwängen unberührtes Medium.Das glaube ich dir sofort. Es ist, wie oft in der Kunst: Die meisten verdienen sehr wenig, ein paar wenige werden berühmt und haben ein super Einkommen.Ich bin aber nicht der Meinung, dass Anime ein von kommerziellen Zwängen unberührtes Medium ist (sorry wenn das so rüberkam). Was aber in meinen Augen auch nicht verkehrt ist, denn letztendlich muss es dem Konsumenten auch gefallen und deshalb gibt er Geld aus.Was ich einfach beobachte, und das gilt für Film/Video/Serien ganz besonders: Wenn ein Projekt zuviel Geld bekommt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es schlecht wird. Jetzt kann man natürlich darüber diskutieren ob das gut oder fair ist, wenn diejenigen, die sich Mühe geben, weniger vom Kuchen bekommen- oder wie man das besser machen könnte. Aber das ist jetzt ein wenig out of scope.
> Übrigens, ich berufe mich mal auf Sturgeons Gesetz und behaupte, dass der Grossteil von Anime ebenfalls aus generischem, profitorientiertem, infantilisierendem Mist besteht. Die eine oder andere Perle pro Saison nehme ich dankbar an, dazu eine Handvoll annehmbar unterhaltsamer Zeitvertreiber, der Rest jedoch ruft bei mir eher Seufzer bis Kopfschmerzen hervor.Das ist so. Aber wie du auch schon geschrieben hast, das Spektrum an Genres (und Themen) von Animes ist einfach viel höher. Als Konsument sucht man sich aus was man anschaut und da kann man locker das meiste aussortieren. Der Rest wird dann einfach interessanter sein als westliche Serien, weil man dort mittlerweile aussen vor ist wenn das 0815 Rezept nicht (mehr) für einen passt.
> Wie gesagt, für mich liegt der spezifische Reiz von Anime—neben seiner Verankerung in der japanischen Kultur—vor allem darin, dass Anime eine breiteres Spektrum an Genres bietet, während (zumindest meiner Wahrnehmung nach) im amerikanischen Fernsehen das Medium Animation für lange Zeit stark auf Kinderserien und Sitcoms "für Erwachsene" reduziert wurde.Es gab durchaus Ausnahmen, wie z.B. Star Trek TAS im Animationsbereich oder der ganze Scifi-Sektor (Live Action) generell - aber Cartoons und Sitcoms sind auch in meinen Augen ein Staple der amerikanischen Filmkultur. Einfach und billig "am Fließband" zu produzieren - und die Gewinne kann man dann an die richtigen Leute verteilen.Und hier stelle ich, gerade bei Cartoons, auch fest: That didn't age well.
Wenn ich heute nochmal in meine damaligen Lieblings-Cartoons von Hanna Barbara reinschaue, dann verliere ich sehr schnell das Interesse. Nicht dass ich sie heute total schlecht finde, aber die Themen, das Story Telling und die Charaktere sind halt doch sehr einfach und für Kinder gestrickt. Und die Remakes (z.B. She-Ra) sind einfach nur Cringe.
Dagegen habe ich z.B. erst in der Pandemie die originale Gundam Serie von Ende der 70er angeschaut und war absolut begeistert. Vor einigen Tagen habe ich mit Urusei Yatsura angefangen und finds sehr lustig und unterhaltsam.
vor 3 Jahren
CaitSith
#15
@BentoBox Da kann ich dir zustimmen, Produktionen mit absurden Budgets sind nur ausnahmsweise von Interesse. Eine generelle Meinungsverschiedenheit zwischen uns liegt wohl darin, dass ich dem Konsumenten weniger bedeutungsvollen Einfluss zuschreibe. Eine Serie mag erfolgreich sein oder nicht, aber die Tatsache, dass der Profit nach oben fliesst und die Arbeiterschaft ausgebeutet wird, ist ein Umstand der Produktionsverhältnisse, welche in Japan besonders furchtbar sind. Ich finde auch, dass künstlerischer Anspruch nur schwach mit kommerziellem Erfolg korreliert ist—aber ja, diese Themen sprengen wohl etwas den Rahmen dieses Threads.Zum eigentlichen Thema muss ich vielleicht noch etwas relativieren: Meine positiven Bemerkungen bezüglich der Vielfältigkeit von Anime sind lediglich im Vergleich zu amerikanischen Zeichentrickserien zu verstehen—wirklich hoch wird die Latte dabei jedoch nicht gelegt. Verglichen mit vielen anderen Medien wird das Potenzial von Anime finde ich nur spärlich ausgeschöpft. Videospiele etwa würde ich locker als ein um Grössenordnungen vielfältigeres Medium bezeichnen, obwohl es grob gerechnet etwa gleich jung ist wie Anime. Und von Film, Literatur, Musik wollen wir gar nicht erst anfangen, die sind um Welten voraus. Natürlich spielen da eine ganze Reihe von Faktoren eine Rolle, daher kein fairer Vergleich. Dennoch: Mit dem Format animierte Serien könnte man noch unendlich viel mehr anstellen, sowohl in Japan als auch sonst wo—leider kriegen wir davon jedoch nur flüchtige Blicke zu sehen.Vielleicht liegt der Grund, warum ich mich überhaupt noch mit Anime beschäftige, schlichtweg darin, dass so viel davon produziert wird. Selbst wenn 90% der Titel Mist sind, gibt es dennoch genug Ausnahmen, dass ich diesem Medium immer noch saisonale Besuche abstatte.
(editiert vor 3 Jahren)
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