Allgemeiner Film- & Serien-Thread

vor 4 Jahren Elsurion
#21
@dark_columbia Dune hatte ich früher mal als einzelstory Sammlung, mitlerweile entsorgt.

LotR habe ich nur digital, viel handlicher
vor 4 Jahren Scorpion1997
#22
Hab letztens Suicide Squad geschaut und fand den ehrlich gesagt etwas besser als den ersten Teil. Auch wenn ich finde, dass einige Charaktere komplett fehl am Platz waren. Im grossen und ganzen war er aber sehenswert und gut umgesetzt (liegt vermutlich auch daran, dass man auf Leto als Joker verzichtet hat.)
vor 4 Jahren CaitSith
#23
> @dark_columbia Thread-Regel-Frage: Willst du in diesem thread nur über aktuelle Filme reden oder dürfen's auch alte sein?
Dies soll einfach ne Plauderecke für Filmbegeisterte sein, jegliche Posts zum Thema Film sind hier also willkommen. 😄Zwei Filme, die ich kürzlich gesehen habe:Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings - 2/5

Hab ich hauptsächlich wegen Hongkong-Legende Tony Leung Chiu-wai gesehen, leider wird ein lauwarmer MCU-Streifen seinem Talent nicht wirklich gerecht. Insgesamt hat mich Shang-Chi auf emotionaler Ebene ziemlich kaltgelassen, auch Awkwafina’s ungezwungener Charm verliert in einem solch durchkalkuliertem Massenprodukt deutlich an Reiz. Niedlicher Wuxia-Tribut am Anfang und halbwegs unterhaltsamer CGI-Blödsinn zum Schluss, dazu zwei, drei Gags, die sich auf gut Glück ins Ziel verirrten; mehr hat mir der Film nicht geboten.The New World (extended cut) - 3.75/5

Mit Regie von Terrence Malick und Kamera von Emmanuel Lubezki sind hier Freunde von bildgewaltigen und poetisch inszenierten Naturaufnahmen ohne Zweifel bestens aufgehoben. Trotz reizvoller Darstellung hat mich der Charakter von Pocahontas allerdings nicht überzeugt, viel interessanter fand ich den Powhatan-Stamm als Kollektiv und dessen Kontrast mit den englischen Siedlern, daher hat mich auch die erste Hälfte des Films deutlich mehr mitgenommen als die romantische Dreiecksbeziehung des restlichen Teils. Days of Heaven bleibt somit mein Lieblingswerk von Malick, bei der bescheideneren Laufzeit wird auch die Romanze nicht überschattet.
vor 4 Jahren BentoBox
#24
Ich war gestern in "Ghostbusters: Afterlife" und fand ihn einen gelungenen Nachfolger für den Originalfilm aus den 80ern.In einem für's heutige Hollywood ungewöhnlichen Schritt wurde Continuity groß geschrieben und es erwartet einem kein Alternate Timeline Reboot Plot und auch die CGI-Schlachten halten sich in Grenzen. Stattdessen wurde auf Charakterentwicklung und Worldbuilding gesetzt. Durch sinnvoll gestaltete Exposition ist der Film auch für Zuschauer zugänglich, die das Original nicht gesehen haben. Die Schauspieler konnten auch überzeugen, insbesondere die minderjährigen, die stets im Mittelpunkt des Geschehens stehen.

Das Pacing ist eher am gemütlichen Ende angesiedelt ohne mir negativ durch Längen aufzufallen. Der Humor kommt nicht zu kurz und spricht auch Zuschauer an, die etwas in der Birne haben - jedoch fehlen mir die ultimativen Lacher, die ich mittlerweile aus der youtube community gewohnt bin, und die Schreiberlinge idR einfach nicht hinbekommen.Fazit: Ghostbusters-Fans sollten den Film unbedingt im Kino sehen. Für alle anderen ist der Film durchaus unterhaltsam und einen Kinobesuch wert. Er hebt sich positiv vom lieblosen Einheitsbrei ab, der sonst produziert wird. Auch die Mainstream-Journallie mag ihn nicht, was man heutzutage als Qualitätsmerkmal auffassen kann.

Ich vergebe 7/10 BentoBoxen.
vor 4 Jahren CaitSith
#25
Im Filmpodium Zürich bis Ende Januar zu sehen: u. a. Nausicaä, Akira, A Silent Voice, In this Corner of the Worldhttps://www.filmpodium.ch/reihen-uebersicht/57857/manga-moviesWohl das erste Mal, dass ich mich richtig auf einen kommenden Superhelden-Film freue:
vor 4 Jahren Harleyquinn
#26
@CaitSith ooooo ja, into the spiderverse ist für mich bis jetzt der beste Superheldenfilm. 😍
vor 4 Jahren CaitSith
#27
Bin bis Ende Januar dabei, für eine Umfrage in einem anderen Forum einige schon lange fällige 90er Filme nachzuholen. Bereits in den letzten paar Wochen nen Haufen toller Filme gesehen:Love Letter (Shunji Iwai, 1995) – 4/5

Eine junge Frau schreibt einen Brief an die Adresse ihres verstorbenen Verlobten und erhält eine unerwartete Antwort zurück. Kaum zu glauben, dass ein Film über Trauer derart comfy sein kann, daher am besten für verschneite Wintertage aufbewahren.Swallowtail Butterfly (Shunji Iwai, 1996) – 4.25/5

In typischer Iwai Manier traumähnlich und leicht chaotisch inszeniertes Drama über ein bunt gemischtes Ensemble von Migrant*innen in einem fiktiven Armenviertel in Japan. Die Geschichte folgt keinen konventionellen Regeln und schweift immer wieder in wilde Tangenten ab; man kriegt sogar das Gefühl, Iwai hätte über jede Figur hier einen eigenen Film in einem separaten Genre drehen können. Nicht als Kritikpunkt zu verstehen, ganz im Gegenteil: Iwai hat echte Sympathie für seine Charaktere und verleiht so jeder Figur ihre eigene Stimme; das Resultat ist ein einzigartiges soziales Mosaik, das die Summe seiner Einzelteile übertrifft.Irma Vep (Olivier Assayas, 1996) – 4/5 (Streamt momentan bei MUBI)

Ein französischer Regisseur, der seine besten Jahre bereits hinter sich hat, engagiert Hongkong-Legende Maggie Cheung für sein fragliches Remake eines Stummfilm-Klassikers von Louis Feuillade. Nein, hier kritisiere ich nicht den Film selbst, sondern beschreibe seine Handlung. Assayas liefert hier eine metafiktive Satire, welche sich mit dem Status des französischen Kinos und dem ständigen Konflikt zwischen Kunst und Kommerz befasst. Wer gerne einen (fiktiven) Blick hinter die Kulissen einer low-budget Filmproduktion wirft oder auf Latex-Catsuits steht, wird sich hier wohl kaum langweilen. Und gespielt wird Maggie Cheung natürlich von niemand anderem als der echten Maggie Cheung höchstpersönlich, welche wie erwartet eine glänzende Darstellung bietet—im doppeldeutigen Sinn. lolRebels of the Neon God (Tsai Ming-liang, 1992) – 4.5/5

Urbanes Jugenddrama des taiwanesischen Meisters. Hat mich teilweise an eine realistischere Version von Akira erinnert. Von den vier Ming-liang Filmen, die ich gesehen habe, hat dieser weitaus am meisten gesprochene Linien. Was nicht heisst, dass dieser Film viel Dialog hat.Vive L'Amour (Tsai Ming-liang, 1994) – 4/5

Drei verlassene Seelen teilen sich unbewusst ein Luxusapartment in Taiwan. Wohl einer der definitiven Filme über Einsamkeit und Ennui in einem modernen urbanen Milieu. Nichts für Leute mit kurzen Aufmerksamkeitsspannen; auch eine Inhaltswarnung zum Thema selbstverletzendes Verhalten soll hier gegeben sein.The People Under the Stairs (Wes Craven, 1991) – 3.5/5

Eine unverblümt politisch radikale Horrorkomödie, die sich irgendwo zwischen Slapstick, Kindermärchen, Satire und Hood Film bewegt. Stilistisch eher campy als creepy, inhaltlich jedoch komplett abgefuckt (Inzest, Kindesmissbrauch, Kannibalismus, Kapitalismus), was für einen bizarren aber nicht uninteressanten Kontrast sorgt. Für Fans von Twin Peaks dürften vor allem die durchgedrehten Darstellungen von Everett McGill und Wendy Robie herausstechen: Hier zu sehen als ein rassistisch-dekadentes Vermieter-Paar, das praktisch ein gesamtes Viertel in LA als Privateigentum besitzt. So nach dem Ethos "subtext is for cowards" ist die zentrale Klassenkampf-Metapher hier sehr direkt gehalten und wird moderne Kinogänger an Jordan Peeles Us und Bong Joon-hos Parasite erinnern.In the Mouth of Madness (John Carpenter, 1994) – 3.5/5

Hat mich nicht wirklich vom Hocker gerissen, aber trotzdem sehenswerter Lovecraft-Horror, wenn man in der Stimmung ist. Auch als Allegorie passt dieser Film ziemlich gut in unser von globalen Krisen und verschwörerischem Denken heimgesuchten Zeitalter: Sam Neill (Jurassic Park) spielt hier einen selbstgefälligen Skeptiker, der überall einen clever inszenierten Schwindel sehen will, auch wenn die Welt direkt vor seinen Augen den (mit unsäglichen kosmischen Ungetümen verseuchten) Bach runtergeht.The Insider (Michael Mann, 1999) – 4/5

Al Pacino und Russell Crowe in einem auf wahren Begebenheiten basierenden Justiz-Thriller über einen Whistleblower der Tabakindustrie. Echte Medienfreiheit als Trugschluss in einem von mächtigen Privatkonzernen dominierten Kapitalismus dürfte als These wohl kaum an Aktualität verloren haben, zudem sind dank starker Darstellungen und Inszenierung die über zweieinhalb Stunden recht schnell vorbei.Sonst noch gesehen:Miami Vice (Michael Mann, 2006) – 4.25/5

Bei Release von Kritikern und Publikum zugleich verpönt, hat sich jedoch inzwischen in dedizierten Filmkreisen einen erheblichen Kultstatus erarbeitet—nicht zu Unrecht, würde ich behaupten. Wer sich auf Wikipedia eine Zusammenfassung durchliest, wird diesen Film wahrscheinlich als generisches Polizeiverfahren abstempeln, aber Filme sind natürlich weitaus mehr als Plot. Eine gewisse Bootszene in der Hälfte des Films hatte für mich sogar ohne Witz eine regelrechte poetische Anziehungskraft, die ich so in diesem Genre nie erwartet hätte. Der Soundtrack is ziemlich cheesy und könnte 2006 wohl kaum lauter schreien (so ist auch Numb/Encore einer der ersten Songs, die es zu hören gibt), fand ich aber eher amüsant als ärgerlich. Mit Colin Farrell, Jamie Foxx und (hell yeah) Gong Li. Farrells Rolle erinnert auch ein wenig an seinen Charakter in Terrence Malicks The New World (2005), in der Tat scheinen sich die beiden Filme trotz aller Unterschiede in Setting und Machart auf abstrakter, thematischer Ebene irgendwie schön zu komplementieren.No Time to Die (Cary Joji Fukunaga, 2021) – 1.5/5

163 Minuten Film aber dann nur ~10 Minuten Ana de Armas einsetzten? Kriminell. Und obwohl ich insgesamt Craig als gelungenen Bond empfand (auch wenn in seiner Ära nur zwei respektable Filme dabei rauskamen), hat mich das Ende trotz allem Pathos ziemlich kaltgelassen. Ich mache vor allem das Drehbuch verantwortlich, zudem fand ich Rami Maleks Schurkenrolle ziemlich flach. Die meisten Leute scheint das Ende jedoch bewegt zu haben, daher wohl ein eher unpopuläres Urteil meinerseits.
vor 4 Jahren CaitSith
#28
Venom: Let There Be Carnage (Andy Serkis, 2021) - 4/5 lmaoUnverschämt albern und queer und spassig; Tom Hardy fetzt, Venom fetzt, bin halb durchgedreht bei Little Simz Cameo 🤩🤩🤩Übrigens, bin ja schon ziemlich neugierig auf Matrix Resurrections und den neuen Watts/Holland Spider-Man (Rezeption für das Letztere ist ja enorm), aufgrund der aktuellen Situation werd ich wohl vorerst drauf verzichten. Na ja, hoffentlich sieht der Januar besser aus, dann kommen nämlich zwei meiner meist erwarteten Filme zu uns in die Schweiz: Drive My Car von Ryusuke Hamaguchi und Licorice Pizza von Paul Thomas Anderson.
vor 4 Jahren CaitSith
#29
Matrix Resurrections: Positive Kritiken von Slant und IndieWire, negative Kritik von (lmao) IGN. Schon mal gute Omen!Kommentare von Oshii und Kojima:https://www.animenewsnetwork.com/interest/2021-12-21/mamoru-oshii-hideo-kojima-comment-on-the-matrix-resurrections-film/.180842
vor 4 Jahren CaitSith
#30
Dance With Me (Shinobu Yaguchi, 2019) – 3.25/5Junge Büroangestellte, welche seit Kindheitstagen einen heimlichen Wunsch als Musical-Protagonistin hegt, wird versehentlich hypnotisiert und sieht sich nun gezwungen, bei jeglicher Begegnung mit Musik das Tanzbein zu schwingen und eifrig mitzusingen. Muss leider sagen, hab mir ein bisschen mehr erwartet von diesem Film, vor allem die Musical-Nummern sind ziemlich mittelmässig. Insgesamt ist der Streifen aber dennoch niedlich genug; wer also etwas gute Laune braucht und auf einen neueren japanischen Film Lust hat, wird hier sicherlich gewisse Freude finden. Eine viel bessere Empfehlung wäre jedoch Sion Sonos Red Post on Escher Street (2020): Ist zwar kein Musical, hat aber total die Energie von einem, zudem für mich deutlich Sonos bester Film seit Love Exposure.The Matrix Resurrections (Lana Wachowski, 2021) – ?/5Ok, ist auf jeden Fall mal ein geil polarisierender Film (den ich leider nur zu Hause gesehen habe). Lana hat hier nen ziemlichen Curveball geworfen und einfach ihr eigenes Ding durchgezogen, das kann ich schon so respektieren und bringt mir auch eine gewisse Freude. Leider muss ich jedoch sagen, dass trotz vieler interessanter Elemente der Film für mich dennoch irgendwo in der Umsetzung nicht ganz funktioniert hat. Ich hoffe mal, dass ich mir mit etwas Zeit und einem erneuten Viewing eine fundiertere Position zu Resurrections erörtern kann; momentan ist mein Urteil eher gemischt und mit einigen Fragezeichen verbunden. Ein Clusterfuck ist der Film auf jeden Fall—nur nicht sicher, ob ein brillanter oder ein hoffnungsloser. Eine Sache steht jedoch fest: Das Brass-Cover von Wake Up fand ich ziemlich schwach, die hätten lieber Denzel Curry anheuern sollen.Don't Look Up (Adam McKay, 2021) – 3/5Eine Astrophysik-Doktorandin (Jennifer Lawrence) und ihr no-name Professor (Leonardo DiCaprio) entdecken einen massiven Kometen, der in sechs Monaten auf die Erde einschlagen wird—allerdings haben Politik und Kapital herzlich wenig Interesse daran, solche wissenschaftliche Warnungen ernst zu nehmen. Natürlich ist diese Klimawandel-Allegorie von McKays neustem Streifen alles andere als subtil, womit ich jedoch kein grundsätzliches Problem habe. Weder Subtilität noch Direktheit sind für mich inhärente Werte, was zählt ist die Botschaft und die Umsetzung—leider gibt es bei dieser Anti-Armageddon Kreuzung zwischen Melancholia, Dr. Strangelove und Idiocracy jedoch in beiden Bereichen einiges zu bemängeln.McKays schonungslose Satire der amerikanischen Gesellschaft holt zwar sehr weit aus, zielt jedoch ausschliesslich auf die leichteste Beute in Sicht und macht es sich so viel zu bequem. Der Autorenregisseur hat viel (verständlichen) Hohn für Wissenschaftsleugnung, inkompetente Politiker*innen (Mery Streep spielt eine groteske Kreuzung zwischen Trump und Hillary) und von Profitwahn geblendeten Tech-Milliardären (Mark Rylance als Musk/Zuckerberg-Hybrid), allerdings verweist McKay lediglich auf Probleme, die wirklich alle auf dieser Seite der Kluft bereits gecheckt haben (und Wissenschaftsleugner wird dieser Film sowieso nicht abholen). Zudem traut sich McKay in diesem Film nicht, sich selbst offen ideologisch zu positionieren, was natürlich nicht heissen soll, dass seine unterliegende Weltanschauung schwer zu entlarven ist. Obwohl sich McKay zwar öffentlich als demokratischer Sozialist identifiziert, ist in diesem Film nicht die geringste Spur einer sozialistischen Perspektive von kollektivem Widerstand zu sehen—viel mehr erinnert McKay zumindest in seiner planlosen Beharrung auf moralische Überlegenheit an einen typischen Establishment-Demokraten. Kein Wunder, wird die DSA in vielen linken Kreisen nicht ernst genommen (was aber keine einseitige Verurteilung meinerseits sein soll; zweifelsohne gibt es bei einer solch grossen Organisation auch Ortsverbände, die gute Arbeit leisten).Nun denn: Auf einer kritischen Ebene würde ich diesem Film eine deutlich geringere Bewertung geben, allerdings kann ich ihm einen gewissen Unterhaltungswert nicht komplett abstreiten. Vor allem aber konnten Lawrence und DiCaprio für mich den Film dennoch zu respektablen 3/5 Sternen befördern. Als Astrophysik-Nerd mag ich halt sehr, dass der Film eine gewöhnliche Astro-Doktorandin und ihren ebenso gewöhnlichen Professor zu seinen Protagonisten erkoren hat. Zudem konnte der Film zwischen all seiner lautstarken Satire dennoch einige Momente der Aufrichtigkeit finden, die überraschend gut gelungen sind. Der Humor hingegen war ziemlich hit-or-miss; hab ungefähr so oft gelacht, wie ich meine Augen verdrehen musste. Schlussendlich soll auch bemerkt sein, dass Rylances Darstellung sehr diskriminierend gegenüber neurodivergenten Personen ist—schade, denn davon abgesehen teile ich natürlich McKays Kritik an Musk und dergleichen.
vor 4 Jahren CaitSith
#31
Crazy Rich Asians (Jon Chu, 2018) – 1/5Sorry, reiche Leute haben nen fürchterlichen Sinn für Geschmack. An gewissen Stellen scheint der Film dies sogar fast zu begreifen und sich darüber lustig zu machen, aber grösstenteils ist ein derber Mangel an Eigenwahrnehmung dennoch festzustellen. Letztendlich eine reine Verherrlichung von Opulenz und Verschwendung; verstehe den Reiz überhaupt nicht. Auch als romantische Komödie scheitert dieser Film umfänglich. Das Drehbuch ist total amateurhaft und hat mir regelmässig die Augen verdreht, zudem hat die männliche Hauptrolle (Henry Golding) wirklich null Persönlichkeit. Man könnte meinen, man beobachte eine künstliche Simulation eines Traum-Bachelors, dessen perfekten Lächeln für TV-Werbespots optimiert wurde. Die weibliche Hauptrolle (Constance Wu) schneidet etwas besser ab und fühlt sich sogar fast wie ein echter Mensch an, aber nicht genug, um den Film zu retten. Na ja, zumindest fand ich die chinesische Coverversion von Coldplays Yellow nicht schlecht. Aber halt auch nicht so gut wie Faye Wongs Cranberries-Cover in Chungking Express. Warum pseudo-asiatisches Kino sehen, wenn tatsächliches asiatisches Kino unendlich viel mehr bietet?
vor 4 Jahren dark_columbia
#32
Ich werde mir hier irgendwelche Bewertungen in Zahlen sparen, da ich selber auf Film-Kritiken nicht viel gebe Am Weihnachtstreff auf Netflix geguckt:

Christmas Chronicles

Mir scheint, die Story war schon hundert mal da: Irgendwelche Kinder stürzen Weihnachten ins Chaos und müssen Santa danach helfen, dies wieder grade zu bieten. Was das angeht also absolut keine Offenbarung. Optisch aber sehr schön umgesetzt, fand ich: Magische Rentiere, Beutel mit unendlichen Mengen an rumfliegenden Geschenken, niedliche Weihnachtselfen und ein ziemlich cool aussehender Santa (mal nicht mollig rund, was tatsächlich auch auf die Schippe genommen wird). Die Protagonisten, zwei Geschwister, gingen mir stellenweise auf die Nerven, sind grundsätzlich aber sympathisch. Es gibt viele witzige Momente, einiges an Kitsch und Harmonie und natürlich ein Happy End. Also alles, was ich von einem Weihnachtsfilm erwarte Oh und den Song, den Santa Musical-mässig im Gefängnis plötzlich aufs Parkett legt, würde ich mir kaufen, der war grossartig.Und am Tag drauf im Kino:

Spiderman - no way home

Ich wollte mir den eigentlich hauptsächlich wegen Dr. Strange angucken. Die Momente mit ihm waren wieder grossartig und der Kampf in der Spiegelwelt mega episch. Er kam schlussendlich aber gar nicht so viel vor, wie es der Trailer vermuten lässt. Hat mich aber kaum gestört, denn der Film war sehr spannend und wahnsinnig emotional. Wäre ich jemand, der bei Filmen weint, oooh ich hätte geweint XD Alle Schauspieler leisten eine super Arbeit. Andere Spiderman-Schauspieler sind geschickt in die Geschichte eingeflochten worden und ebenso verschiedene Bösewichte. Kennt man sich mit diesen aus, ist es wohl ein riesen Fest. Bonsai meinte jedenfalls, das sei nun sein lieblings Superheldenfilm. Peter benimmt sich in 2/3 der Zeit wie der dumme Teenager, der er ist und ich hätte ihn grün und blau schlagen können XD Wie Steven passend sagte: "That's why I don't have children." Aber selbst das fügt sich passend ein. Super Film, kann ich nur empfehlen.
vor 4 Jahren CaitSith
#33
> @dark_columbia Ich werde mir hier irgendwelche Bewertungen in Zahlen sparen, da ich selber auf Film-Kritiken nicht viel gebe
Ach meine Bewertungen sollen nur grob aufzeigen, wie sehr mir ein Film gefallen hat. Gebe dir natürlich recht, solche Nummern soll man nicht allzu ernst nehmen, erst recht nicht aggregierte Bewertungen wie auf RottenTomatoes. Allerdings kann Filmkritik an sich jedoch sehr aufschlussreich sein (wie jede andere Form der Kritik). Am besten sucht man sich aber spezifische Seiten/Kritiker*innen aus, die einen interessieren. Vielleicht werde ich in zukünftigen Beiträgen auch mal einige externe Kritiken posten, anstelle selbst was zu schreiben. Ich schaue ohnehin so viel Filme, dass ich mit den Beiträgen nicht mehr nachkomme, lol. (Dafür in letzter Zeit kaum Anime gesehen… Mensch, so viele Serien, die ich noch nachholen muss)
vor 4 Jahren Harleyquinn
#34
@CaitSith Hab jetzt endlich dont look up gesehen, wurde mir von vielen empfohlen.... Was soll ich sagen? Ach je. Ganz im Ernst Melancholia und Idiocracy gehören für mich zu meinen Top 10 (nicht Zombiefilmen), aber ich würde niemals dont look up im gleichen Satz erwähnen. Das war ganz ok für einen Abend, die Schauspieler sind natürlich grandios, aber irgendwie..... fehlt so ziemlich alles, was einen guten Film ausmacht. Ich fand ihn einfach nur enttäuschend. Das Einzige Tolle war die Charakterspiegelung: zuerst tickt der PhD im TV aus, dann der Prof.

Was mich immer bei allen Katastrophenfilmen dieser Art echt stört: klaaaaar, es sind nur die Amis, die was unternehmen könnten und Weltenretter sind. Zudem, so als Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt: Sorry, aber Lawrence als PostDoc kauf ich echt niemandem ab.... und das DiCaprio auch noch die Namen falsch ausspricht.... Nope. Einmal und nie wieder.
vor 4 Jahren CaitSith
#35
@HarleyquinnMeine Vergleiche zu Melancholia und Co. waren nicht auf qualitativer Ebene gemeint, sondern eher auf inhaltlicher. Das Ende z. B. ist ja praktisch dasselbe wie in Melancholia—aber klar, dass das bei McKay nicht ganz so kunstvoll inszeniert ist wie bei von Trier.Wie gesagt, auch ich stehe dem Film eher kritisch gegenüber, aber in einer Sache muss ich dir jedoch etwas widersprechen. Dass die Amis in solchen Filmen oftmals im Alleingang die Welt retten ist ein Klischee, das auch mich jeweils stört. Typisches Beispiel wäre da Armageddon. Aber in McKays Film wird genau dieser Punkt (Amis als Retter der Welt) ja auf den Kopf gestellt, weshalb ich den Film auch als Anti-Armageddon bezeichnet habe. Man kann natürlich immer noch kritisieren, dass der Film zu US-zentrisch ist: Auch wir in Europa teilen einen weitaus überproportionalen Beitrag zur gegenwärtigen Katastrophe bei. McKays Film ist jedoch in erster Linie eine Satire der gegenwärtigen politischen Landschaft der USA, da existiert der Rest der Welt eben nicht.Aber danke für deinen Kommentar, bin froh, dass ich doch nicht Alleinunterhalter bin in diesem Thread. 😁
vor 4 Jahren CaitSith
#36
Ach ja heute auf der SRF-Website nen kurzen Artikel zu Ryusuke Hamaguchis Drive My Car gesehen, wie geil ist das. Auf diesen Film bin ich schon seit längerem sehr gespannt, da mir Hamaguchi bereits 2015 mit Happy Hour positiv aufgefallen ist. Zudem bin ich immer offen für ne gute Murakami-Adaption (Lee Chang-dongs Burning war mein Film des letzten Jahrzehnts!)Überhaupt nicht geil sind natürlich die enormen Fallzahlen momentan, die waren vorher auf der Mobile-Version sogar direkt unter dem Artikel zu Hamaguchi eingeblendet. Das Schicksal will scheinbar Spielchen mit mir treiben, denn sonst ist es eigentlich bei mir jeweils Tradition, Anfang Jahr diejenigen Festival-Filme nachzuholen, die bei uns oftmals erst einige Monate später ins Kino kommen. 😩
vor 4 Jahren Ataru
#37
@Harleyquinn Ich fand don't look up auch nicht wirklich gut, aber auch nicht schlecht. Für einen Satirefilm ist die Satire zu fad, oder anders gesagt, sie dient nur zur Unterhaltung und prangert nichts wirklich an. Letztendlich bleibt alles beim Status Quo und läuft auf das hinaus, was die Handlung umreisst und worauf sich der Zuschauer einstellt. Es gibt keine wirklichen Überraschungen. Die Schauspieler machen ihre Arbeit gut, allen voran DiCaprio, der wieder einmal einer dieser köstlichen Momente hat, wo er so richtig wütend sprechen darf, und der Steve Jobs/Elon Musk-Verschnitt fand ich in seiner feinen Art der Überheblichkeit auch ganz toll zum Zuhören. Das Beste am Film war meiner Meinung nach noch das Ende mit dem Schicksal, das Meryl Streep widerfährt. Es wurde im Film so angedeutet, dass es am Ende keine eigentliche Überraschung war, aber ich fand es dennoch köstlich, wie sie so das Zeitliche segnet ☺
vor 4 Jahren CaitSith
#38
Ich geniesse immer wieder David Ehrlichs Countdown seiner Lieblingsfilme des Jahres:
Ich selbst muss noch einige Filme von 2021 nachholen, aber momentan sähe meine eigene Liste ungefähr so aus:Evangelion 3.0+1.0The Green KnightDrive My CarAria the CrepuscoloDuneMemoriaThe Power of the DogVenom: Let There Be CarnageJudas and the Black MessiahBo Burnham: InsideTitaneThe Matrix ResurrectionsDon't Look UpThe Suicide SquadSonst noch gesehen: Nobody, F9, Shang-Chi, Godzilla vs. Kong, Old, No Time to Die
vor 4 Jahren dark_columbia
#39
> @CaitSith The Power of the Dog
Den hab habe vorgestern gesehen und mir gedacht "das ist vielleicht einer der Filme, den CaitSith interessant fände" und prompt find ich ihn in deiner Liste XD

Als Cumberbitch komme ich natürlich sofort angedackelt, wenn man mich informiert, dass ich nen neuen Film mit Ben sehen kann. Und dann erst noch Western-Setting <3

Also die erste Hälfte des Films hab ich mich echt gefragt, was das soll. Nach der Restaurant-Szene hab ich zu Bonsai gesagt "ich hoffe, der kriegt noch irgendwie Tiefe und ist nicht einfach nur ein Arschloch". And he did. Ich hab mal wieder gemerkt, wie naiv ich bin, denn ich habe Peter diesen Plan so gar nicht getraut 😅 Ich verstehe, warum viele Leute empfehlen, den Film zweimal zu gucken. Muss ich auf jeden Fall irgendwann noch machen (hab ihn eh schon Leuten empfohlen, die kein Netflix haben, lässt sich also mit nem Watching kombinieren). Nachdem ich ein bisschen was über die Symbolik geguckt/gelesen habe, ein paar Interview gesehen hab und ein bisschen über alles nachgedacht hab, finde ich den Film je länger je faszinierender.

Er hat jedenfalls dafür gesorgt, dass ich jetzt dieses Buch lesen will, also hat er seine Sache wohl gut gemacht
> @CaitSith The Green Knight
Davon habe ich vor einer gefühlten Ewigkeit mal nen Trailer gesehen, gut dass du mich an den erinnerst.
vor 4 Jahren CaitSith
#40
Jep, die Charakterentwicklungen in Power of the Dog sind ziemlich herausragend, schleichen sich auch so schön unterschwellig an das Publikum heran. Und bei einem solch hübschen Western bin ich natürlich auch froh, dass ich den Film sogar auf der grossen Leinwand sehen durfte (letzten Herbst während dem ZFF um genau zu sein).Ich hab gestern noch The Mitchells vs. The Machines gesehen (läuft ebenfalls bei Netflix), ein ziemlich niedlicher Familien-Animationsfilm von Mike Rianda (Gravity Falls). Optisch nicht schlecht, ich mag diesen 2D/3D-Hybrid-Stil sehr. Man merkt, dass da ein ähnliches Produktionsteam wie bei Spider-Man: Into the Spider-Verse zu Werk war. Leider schiesst der Zoomer-Internet-Humor an gewissen Stellen doch etwas über das Ziel hinaus; auch die (wohlgemeinte) Zelebration des Andersseins macht es sich ein bisschen zu leicht finde ich (so weird sind die Mitchells nun auch nicht). Aber wie gesagt, insgesamt trotzdem ein niedlicher Film, zudem eine gelungene LGBTQ-Protagonistin. (Ihr Lieblingsfilm scheint Céline Sciammas Portrait de la jeune fille en feu zu sein—da kennt wohl jemand meine Schwachstellen!) Würde den Film in das untere Drittel meiner Best of 2021 Liste platzieren.

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